
PHILOSOPHIE
WARUM SCHLAGZEUG?
Es gibt unzählig viele Studien darüber wie gesund Musizieren ist, wie gut es für das Gehirn, die Motorik, Konzetration usw. ist.
Um es kurz zu machen: das ist mir alles egal!
Für mich ist Musik kein Mittel zum Zweck. Für mich konnte und kann Musik oft das ausdrücken, was ich selbst nur schlecht in Worte fassen kann.
Als Kind hatte ich irgendwie schon immer mehr die Kanäle für die Welt der Musik, als für andere Ding, offen.
Wenn im Radio oder Fernsehen meine Lieblingskünstler*innen kamen, war das immer ein Highlight und nicht selten riefen mich meine Eltern (obwohl im schon im Bett lag) und sagten: "Gleich kommt deine Lieblingsband, du darfst dir den Auftritt noch schnell anschauen". Und obwohl Künstler*innen in Sendung wie WetteDAS? oder Geld oder Liebe natürlich Vollplayback waren, gingen mir die Medlodien oft Wochenlang nicht aus dem Kopf und ich sparte mein ganzes Taschengeld um mir CDs zukaufen um diese Songs immer und immer wieder hören zu können.
Als ich dann selbst ein wenig Schlagzeug spielen konnte (die Möglichkeit zum Unterricht habe ich auch meinen Eltern zu verdanken) war es nur logisch, dass ich auch unbedingt mit anderen Leuten musizieren wollte. Schul BigBand, Blaskapelle, musikalischer Gottesdienst, Jugendgruppe, oder die ersten Versuche einer eigenen Band im Keller: egal, hauptsache Musik machen!
Was mir damals noch nicht klar war: der soziale Aspekt. Diese Komponente, die mir heute fast noch wichtiger ist als die Musik selbst, erschloss sich mit erst viel Später.
Wer mit anderen Leuten Musik machen möchte, muss auf diese erst einmal zugehen. "Hallo, ich bin Benedikt und spiele Schlagzeug. Spielst du auch ein Instrument? Wollen wir uns mal treffen und jammen?", "Hallo, ich würde gerne in der Big Band mitspielen? Wann ist probe? Was muss ich können?". Für mich als schüchterner Junge war das immer eine rießen Überwindung, aber es war mir einfach zu wichtig, als dass ich mich meine Unsicherheit davon abgehalten hätte. Und das ist bis heute geblieben. Wie oft zwingt mich mein Job dazu mit fremden Menschen zu kommunizieren: mit Bandleadern zu telefonieren, mit Eltern von Schüler*innen zu Sprechen, Veranstalter anzurufen, mit Sicherheitskräften zu diskutieren, dass ich eben doch durch diese Abperrung durch fahren muss um an die Mühne zu kommen... Nach wie vor werde ich regelmäßig ins kalte Wasser gestoßen und muss über meinen Schatten springen. Dafür bin ich sehr sehr dankbar. Ohne Musik wäre ich mein Leben lang vermutlich nicht aus meine Komfortzone heraus gekommen.
